Wanderbeschreibung von Falk

Wendenschloss Wenden ist eine veraltete Bezeichnung für Slawen im deutschsprachigen Raum. Die Slawen errichteten im 8. Jahrhundert auf der heutigen Schlossinsel ihre Hauptburg. Sie wurden durch die Askanier im 12 Jahrhundert vertrieben. Lange Zeit war nur die Villenkolonie nördlich des Lienhardweges besiedelt. 1890 wurde die Fähre von Grünau und 1903 die Straßenbahn von Köpenick eröffnet. In der Niebergalistraße 20 wurde am 5. Juni 1945 die Berliner Erklärung unterzeichnet (Gedenktafel). Darin legen die vier Siegermächte die Grundsätze ihrer Deutschlandpolitik fest.

Schmetterlingshorst und Marienlust Schmetterlingshorst ist eine 1898 eröffnete historische Ausflugsgaststätte. Johannes Bittner, ein aus Böhmen stammender Forscher präsentierte hier seine berühmte Schmetterlingssammlung. Am Heiligabend 1943 wurden die Gebäude durch einen Bombenangriff stark zerstört und ab 1947 wiederaufgebaut.
Marienlust war ebenso eine um 1900 eröffnete historische Ausflugsgaststätte am Langen See. Diese ist jedoch 1997 abgebrannt und nur noch im Grundriss sichtbar.

Krampenburg Auf der Halbinsel an der Großen Krampe wurde 1906 eine Gaststätte mit einem großen Saal für 3.000 Personen und einem Aussichtsturm sowie diversen Vergnügungseinrichtungen angelegt, an der auch Dampfschiffe anlegten. Das Ausflugslokal wurde 1977 endgültig geschlossen. Im Sommer fährt eine Fähre nach Schmöckwitz.

Müggelheim Müggelheim wurde im Jahr 1747 von 20 Familien aus Odernheim in der Pfalz gegründet. 1920 erfolgte die Eingemeindung nach Groß-Berlin als mit Abstand kleinste Landgemeinde mit 186 Einwohnern. Bald danach errichteten hier zahlreiche Berliner Eigenheim- oder Wochenend-Häuschen. 1955 besaß Müggelheim schon fast 5000 Einwohner.

Große Krampe Die Große Krampe ist etwa 3,3 Kilometer lang und 100 Meter breit. Ihr nördlichster Punkt endet kurz vor dem Dorfanger in Müggelheim. Sie ist ein Überbleibsel aus der Eiszeit. Der Weg um die Große Krampe endet an der Windecke, einer kleinen Landzunge gegenüber der Krampenburg.

Kleine Krampe Ab der Windecke führt der Weg am Nordufer des Seddinsees. Die kleine Krampe ist nur eine kleine Bucht. Östlich der kleine Krampe passieren wir die kleine Landzunge Windwall und ein kleines Hafenbecken, welches bis 1952 Verladehafen für Trümmerschutt und Kiestransporte aus der Seddingrube war. Am Naturschutzgebiet "Beiers Luch" verlassen wir da Ufer und gehen durch den Wald zum Kanal.

Gosener Kanal Der Gosener Kanalverbindet Seddinsee mit dem Dämeritzsee. Er wurde 1936 zu den Olympischen Spiele in Berlin fertiggestellt. Hintergrund war die Vermeidung von Entschädigungsforderungen der Reedereien und Schiffseignern wegen der Sperrung der Berufsschifffahrt auf der Regattastrecke in Grünau während der Spiele. Über die Fahlenbergbrücke und auf dem Weg parallel zur Gosener Landstraße gelangen wir zum Ort.

Gosen Der Name geht die biblische Stadt Goschen in Ägypten zurück. Laut Altem Testament wurde den Nachkommen Jakobs während der ägyptischen Plagen dort ein Weidegebiet überlassen, welches das Volk Israel von der Hungersnot verschonte. Das Dorf Gosen wurde Mitte des 18. Jhr. gegründet. Friedrich II. wollte mit Hilfe von Spinnern aus der Oberlausitz den begehrten Rohstoff Wolle im eigenen Land produzieren. Ende des 18. Jahrhunderts, als neue Erwerbsquelle begann die Zeit der Schifffahrt. 1906 zählte die Schifferinnung in Gosen 130 Mitglieder. Jedoch verlagerte sich durch den Bau des Oder-Spree Kanals die Schifferei nach Wernsdorf.

Oder-Spree-Kanal Der Oder-Spree-Kanal ist 65 km lang und verbindet die Dahme und Spree mit der der Oder. Bereits 1373 wollte Kaiser Karl IV. einen Kanal von der Spree zur Oder bauen lassen. 1558 wurde mit den Grabungen begonnen, jedoch nach dem Tod des Kaisers 1564 eingestellt. 1668, also nochmals 110 Jahre später, wurde der Kanal unter dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm fertiggestellt. Ende des 19. Jahrhunderts war der Kanal mit der Industrialisierung hoffnungslos überlastet. Ein neuer Kanal wurde 1891 nach fünf Jahren Bauzeit eröffnet. Den Kanal queren wir über eine Fußgängerbrücke, den 2022 neu erbauten Schmöckwitzwerdersteg.

Schmöckwitz Am Südufer des Oder-Spree-Kanals gelangen wir zurück zum Ufer des Seddinsees und nach Schmöckwitz. Der Ort wurde 1375 erstmals urkundlich als das slawische Smewitz erwähnt und trägt seit 1652 den Namen Schmöckwitz. Ab 1919 entstand die Siedlung Schmöckwitz am nördlichen Rand von Eichwalde für heimkehrende Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs. Seit 1912 verkehrt die Schmöckwitz-Grünauer Uferbahn, heute Tramlinie 68. Bis 1751 war Schmöckwitz noch eine Insel. Eine alte Pfahljochbrücke über die Dahme wurde 1907 durch eine moderne Stahlbrücke mit zwei Öffnungen ersetzt. Diese Brücke wurde jedoch 1945 von der Wehrmacht gesprengt. Eine schwimmende Behelfsbrücke stürzte im Juni 1946 ein und 1947 wurde eine 80 Meter lange Notbrücke errichtet. Die heutige Brücke wurde im Jahr 1963 nach 3-jähriger Bauzeit übergeben.